Daten verloren? Was sich retten lässt und was nicht

Grafik Datenrettung: «Daten weg? Meistens nicht für immer.» 70–90 % Erfolgsquote, Ontrack-Reinraum, Mac, PC, NAS, RAID

Ein Leitfaden für KMU, Selbstständige und Private: Wann lohnt sich eine Datenrettung, was kostet sie, und woran erkennen Sie einen seriösen Anbieter?

Grafik Datenrettung: «Daten weg? Meistens nicht für immer.» 70–90 % Erfolgsquote, Ontrack-Reinraum, Mac, PC, NAS, RAID

Kurz gesagt

Datenrettung ist in den meisten Fällen möglich, oft mit überraschend gutem Ergebnis. Voraussetzung ist, dass der Datenträger vorher nicht falsch behandelt wurde. Es kommt auf drei Dinge an: richtig reagieren (Gerät sofort ausschalten, keine eigenen Reparaturversuche), eine ehrliche Erstanalyse durch einen IT-Partner in Ihrer Nähe und, bei schweren Fällen, ein Reinraum-Labor. Compu-Trade arbeitet seit mehreren Jahren mit Ontrack zusammen, einem der weltweit führenden Datenrettungs-Spezialisten. Die Erstanalyse machen wir in unserer Werkstatt, schwere Fälle gehen ins Ontrack-Labor. Leistungen, Ablauf und Preise finden Sie auf der Seite Datenrettung in Bern und Burgdorf.

Auf einen Blick:

• Was rettbar ist: Defekte Festplatten, SSDs, USB-Sticks, NAS-/RAID-Systeme, Smartphones, Speicherkarten

• Typische Schäden: Mechanischer Schaden (Sturz, Wasser, Stromschlag), logischer Schaden (Lösch-Versehen, Formatierung, Ransomware), elektronischer Schaden

• Erfolgsquote: In 70–90 % aller Fälle können Daten zumindest teilweise wiederhergestellt werden, bei richtigem Vorgehen

• Kosten: Erstanalyse bei uns ab CHF 80.–, Rettung in der Werkstatt ab CHF 120.–, im Reinraum ab CHF 1’200.–, je nach Schaden

• Wichtigste Regel: Bei Verdacht auf Datenverlust das Gerät sofort ausschalten und nicht weiter benutzen. Jeder weitere Schreibvorgang verschlechtert die Chancen

Wenn die Daten plötzlich weg sind

Meist ist es zuerst Ungläubigkeit. Die externe Festplatte klickt und klackert, der Computer zeigt nur noch eine Fehlermeldung. Darauf: die Buchhaltung mehrerer Jahre, alle Kundendaten, hunderte Familienfotos. Und das Backup? «Habe ich ewig nicht mehr gemacht.»

Das erleben wir in unserer Werkstatt fast jede Woche: ein KMU, dessen Server-RAID ausgefallen ist, eine Selbstständige, deren MacBook ins Wasser fiel, oder jemand mit einem USB-Stick voller Familienfotos aus 20 Jahren. Die gute Nachricht: Meist sind die Daten nicht wirklich weg, sondern nur nicht mehr zugänglich. Mit dem richtigen Vorgehen lassen sie sich oft wiederherstellen.

Datenrettung bieten wir seit über 20 Jahren an, seit mehreren Jahren in Zusammenarbeit mit Ontrack und seinen Reinraum-Labors. Für unsere Kunden heisst das: Viele Fälle lösen wir günstig in unserer eigenen Werkstatt. Für die schweren haben wir einen direkten Draht ins Labor.

Die wichtigste Regel: Sofort aufhören

Wenn Sie merken, dass etwas mit Ihren Daten nicht stimmt (ungewohnte Geräusche aus der Festplatte, plötzlich verschwundene Dateien, eine SSD, die im Mac nicht mehr erkannt wird), dann tun Sie nur eines: Schalten Sie das Gerät sofort aus. Nicht herunterfahren, nicht «noch schnell die wichtigsten Dateien sichern», nicht «mal probieren, ob’s wieder geht». Strom weg.

Der Grund: Jede weitere Sekunde Betrieb kann den Schaden vergrössern. Eine Festplatte mit mechanischem Defekt zerstört bei jedem Leseversuch weitere Sektoren. Bei einer SSD kann jeder Schreibvorgang Daten überschreiben, die noch zu retten gewesen wären. Auch Gratis-Software, die «repariert», kann bleibenden Schaden anrichten.

Was Sie ebenfalls nicht tun sollten:

• Die Festplatte ins Tiefkühlfach legen: ein alter Mythos, der nicht funktioniert und zusätzlich schadet

• Das Gehäuse öffnen oder Schrauben lösen: Dafür braucht es einen Reinraum

• «Datenrettungs-Software» aus dem Internet ausprobieren: Sie überschreibt im Zweifel wichtige Sektoren

• Bei einem Wasserschaden warten, bis das Gerät «getrocknet» ist: Die Korrosion arbeitet unter der Oberfläche weiter

• Den Datenträger nacheinander mehreren Anbietern geben («mal schauen, wer’s hinkriegt»): Jeder weitere Öffnungsversuch senkt die Chancen

Die fünf häufigsten Schäden und was wir tun

1. Mechanischer Defekt: Sturz, Schock, Verschleiss

Typische Ursache: Eine externe Festplatte fällt vom Tisch, ein Notebook wird beim Tragen erschüttert, eine ältere Festplatte versagt nach Jahren des Dauerbetriebs. Typisches Symptom: klickende oder kratzende Geräusche, das Gerät wird nicht mehr erkannt.

Erfolgschance: Bei klassischen Festplatten (HDD) sehr gut, in über 80 % der Fälle. SSDs haben keine beweglichen Teile, ein Sturz schadet ihnen meist nicht.

Kosten-Niveau: Im Reinraum-Labor (z.B. Ontrack): CHF 1’200 bis 3’500 je nach Aufwand.

2. Logischer Schaden: Versehen, Formatierung, Lösch-Aktionen

Typische Ursache: «Ich wollte einen Ordner verschieben und plötzlich war alles weg.» Datenträger ist physisch intakt, aber das Dateisystem ist beschädigt. Auch nach versehentlicher Schnellformatierung oder bei nicht zugeordneten Partitionen.

Erfolgschance: Sehr hoch (über 90 %), wenn nach dem Schaden nichts mehr auf den Datenträger geschrieben wurde. Jeder weitere Schreibvorgang kann Daten überschreiben.

Kosten-Niveau: Oft in unserer Werkstatt lösbar, Richtwert CHF 120.– bis 800.–. Reinraum nur bei Komplikationen.

3. Elektronischer Schaden: Spannungsspitze, defekter Controller

Typische Ursache: Blitzschlag, Überspannung im Stromnetz, ein altes Netzteil. Symptom: Das Gerät zeigt kein Lebenszeichen mehr. Kein Klicken, kein Drehen.

Erfolgschance: Bei klassischen Festplatten gut (Reparatur des Controllers im Labor), bei modernen SSDs anspruchsvoller wegen integrierter Bauteile.

Kosten-Niveau: Reinraum-Labor: CHF 1’200 bis 2’800.

4. Wasser-, Hitze- oder Feuerschaden

Typische Ursache: Kaffee verschüttet, Festplatte in den Pool gefallen, Brandschaden im Büro. Wichtig: Korrosion arbeitet weiter, auch wenn das Gerät «trocken» aussieht.

Erfolgschance: Bei sofortiger Behandlung gut (50–80 %), je länger gewartet, desto schlechter. Bei Salzwasser oder Säuren deutlich schlechter.

Kosten-Niveau: Reinraum-Labor zwingend: CHF 2’000 bis 4’500.

5. RAID-/NAS-Ausfall im KMU

Typische Ursache: Im Büro fallen mehrere Festplatten gleichzeitig oder kurz nacheinander aus. Häufig nach jahrelangem Dauerbetrieb in einem Synology, QNAP oder anderen NAS-System. Auch nach Stromausfall oder fehlerhaftem Wiederaufbau eines RAID.

Erfolgschance: Hoch (oft 70–90 %), wenn der RAID-Verbund nicht durch Reparaturversuche zusätzlich beschädigt wurde. Wichtig: Das RAID nicht neu initialisieren und nicht ohne Fachleute «rebuilden» lassen.

Kosten-Niveau: Komplex: CHF 1’500 bis 5’000 je nach RAID-Konfiguration und Schadensbild.

Aus der Praxis: Die externe Festplatte mit 15 Jahren Firmen- und Familiengeschichte

Vor einigen Monaten kam der Inhaber einer Schreinerei aus dem Emmental zu uns, sichtlich aufgewühlt. Auf einer externen Festplatte lagen 15 Jahre Geschäftsdaten: Offerten, Pläne, Kundenfotos, Buchhaltungsbelege. Dazu alle Familienfotos seit der Hochzeit. Es war das einzige Exemplar, ein Backup gab es nicht.

Die Vorgeschichte: Beim Zügeln des Heimbüros war die Festplatte vom Schreibtisch gefallen, etwa 80 cm tief auf Parkett. Am Computer: nichts, nur ein leises, regelmässiges Klicken. Auf einen Tipp aus dem Internet hin hatte er die Festplatte ins Tiefkühlfach gelegt, ohne Erfolg. Beim zweiten Anschliessen brannte zusätzlich die Elektronik durch.

Was wir gemacht haben:

1. Erstanalyse in unserer Werkstatt: mechanischer Schaden mit elektronischem Folgeschaden. Das ging nur noch im Reinraum.

2. Wir haben offen über die Kosten informiert (rund CHF 2’400 bei diesem Schadensbild) und über die realistische Erfolgschance (etwa 70 %).

3. Wir haben die Festplatte verpackt und über die Ontrack-Logistik verschickt. Der Kunde musste sich um nichts kümmern.

4. Nach acht Arbeitstagen kam die Nachricht aus dem Reinraum: 98 % der Daten konnten gerettet werden.

5. Die geretteten Daten kamen auf einer neuen, verschlüsselten Festplatte zurück. Wir haben sie geprüft, dem Kunden übergeben und gleich ein Backup eingerichtet: zwei externe Festplatten im Wechsel plus verschlüsseltes Cloud-Backup.

Später sagte uns der Kunde, er hätte fast nicht angerufen, weil er dachte, es sei sowieso zu spät. Diesen Satz hören wir oft. Meistens stimmt er nicht.

So läuft eine Datenrettung bei Compu-Trade ab

1. Anruf oder Besuch: Sie beschreiben das Problem, wir geben eine erste Einschätzung. Sie bringen das Gerät vorbei, oder wir holen es ab. Wichtig: den Datenträger nicht weiter benutzen.

2. Erstanalyse in unserer Werkstatt (meist 1–3 Werktage): Wir prüfen, ob wir den Schaden selbst beheben können oder ob es ein Reinraum-Labor braucht. Viele logische Schäden lösen wir direkt bei uns.

3. Kostenvoranschlag: Bevor es weitergeht, erhalten Sie einen klaren Preis und eine ehrliche Einschätzung der Chancen. Ohne Ihre Zustimmung machen wir nichts.

4. Schwere Fälle gehen an Ontrack: Wir verpacken, versenden und koordinieren die Reinraum-Rettung. Ihr Ansprechpartner bleibt die ganze Zeit bei uns in der Schweiz.

5. Rückgabe: Die geretteten Daten kommen auf einem neuen, verschlüsselten Datenträger zurück. Wir prüfen, ob alles vollständig ist, und übergeben sie Ihnen persönlich.

6. Backup: Damit es nicht wieder passiert, richten wir mit Ihnen eine Datensicherung nach der 3-2-1-Regel ein: drei Kopien, zwei Medien, eine davon ausser Haus.

Was die Zusammenarbeit mit Ontrack bringt

Professionelle Datenrettung braucht viel Infrastruktur: Reinräume der ISO-Klasse 5, Spezialhardware für hunderte Festplattenmodelle und Erfahrung mit allen gängigen Dateisystemen, Verschlüsselungen und RAID-Varianten. Für eine kleinere IT-Firma lohnt sich das nicht, weder wirtschaftlich noch qualitativ.

Ontrack ist seit Jahrzehnten einer der weltweit führenden Spezialisten für Datenrettung. Für Sie bedeutet die Zusammenarbeit:

• Erstanalyse bei uns: Viele Fälle lösen wir günstig in der eigenen Werkstatt, ganz ohne Reinraum

• Wenn es den Reinraum braucht: direkter Weg, keine doppelte Diagnose

• Ihr Ansprechpartner ist in der Schweiz: Sie reden mit uns, nicht mit einem internationalen Callcenter

• Sichere Logistik: verschlüsselter Transport, dokumentierte Übergabe, nachvollziehbare Versandabwicklung

• Faire Preise: Wir verdienen an der Erstanalyse und der Begleitung, nicht an überhöhten Rettungskosten

Was kostet eine Datenrettung in der Schweiz?

Die Preise hängen stark von Art und Schwere des Schadens ab. Die Übersicht zeigt Richtwerte. Unsere aktuellen Preise (Erstanalyse ab CHF 80.–) stehen auf der Seite Datenrettung.

Fall-TypWo wird gerettet?Richtwert
Versehentliche Löschung / FormatierungCompu-Trade WerkstattCHF 120–800
Dateisystem-Schaden (Mac/Windows)Compu-Trade WerkstattCHF 120–800
Mechanischer Festplatten-Schaden (HDD)Ontrack ReinraumCHF 1’200–3’500
SSD mit Controller-DefektOntrack ReinraumCHF 1’200–3’000
Wasser- / BrandschadenOntrack ReinraumCHF 2’000–4’500
Server-RAID-Ausfall (KMU)Werkstatt oder ReinraumCHF 1’500–5’000

Wichtig: Die Erstanalyse ist bei uns günstig, für Kunden mit Wartungsvertrag oft kostenlos. Das hängt vom Gerät und vom vereinbarten Leistungsumfang ab. Klären Sie Analyse- und Rettungskosten immer vor dem Auftrag.

Worauf Sie bei einem seriösen Datenrettungs-Anbieter achten sollten

Datenrettung ist Vertrauenssache. Sie geben einer fremden Firma einen Datenträger, oft mit sehr sensiblen Geschäfts- oder Privatdaten. Darauf sollten Sie achten:

• Klarer Kostenvoranschlag: Kein Anbieter sollte ohne Preis und ehrliche Einschätzung der Chancen loslegen.

• Keine Vorab-Zahlungen ohne Diagnose: Seriöse Anbieter analysieren zuerst und rechnen erst nach Ihrer Zustimmung ab.

• Erfolgsabhängige Bezahlung bei schweren Fällen: Bei Reinraum-Rettungen sinken die Kosten üblicherweise, wenn die Rettung nicht gelingt.

• Datenschutz nachweisbar: Verschlüsselter Transport, nachvollziehbare Übergaben, vertragliche Vertraulichkeit (für KMU besonders wichtig).

• Ansprechpartner in der Region: Sie sollten mit einem Menschen in Ihrer Nähe reden können, nicht nur mit einem Webformular.

• Backup-Beratung danach: Wer Ihre Daten gerettet hat, sollte Ihnen auch helfen, dass es nicht wieder passiert.

Fazit: Datenverlust ist meist nicht endgültig

Wenn Daten weg sind, gilt zuerst: ruhig bleiben und das Gerät ausschalten. Damit ist schon viel gewonnen. Mit einer guten Erstanalyse und, falls nötig, einer Reinraum-Rettung sind die Chancen heute gut.

Aus über 20 Jahren wissen wir: Die meisten Datenverluste hätte ein einfaches Backup verhindert. Das ist kein Vorwurf. Nehmen Sie eine gerettete Festplatte einfach zum Anlass, das Thema Backup einmal grundsätzlich anzuschauen.

Compu-Trade Datenrettung, seit mehreren Jahren mit Ontrack als PartnerStandorte in Hettiswil und Burgdorf. Die Erstanalyse ist günstig, oft am gleichen oder nächsten Werktag. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob sich eine Rettung lohnt und ob sie technisch realistisch ist. Termin: 034 411 11 33 oder info@compu-trade.ch

Hinweis: Die genannten Kostenrichtwerte basieren auf unseren Erfahrungen aus den letzten Jahren und können je nach Schadensbild abweichen. Die genannten Erfolgsquoten sind Branchen-Durchschnittswerte und keine Garantien, jeder Fall ist individuell. Stand: Oktober 2026.

Datenverlust melden

Häufige Fragen

Was passiert, wenn die Daten nicht gerettet werden können?

Das kommt vor, aber selten. Bei Reinraum-Rettungen ist die Bezahlung üblicherweise erfolgsabhängig: Werden die Daten nicht oder nur teilweise gerettet, sinken die Kosten oder entfallen ganz, je nach Vereinbarung. Die Diagnose wird trotzdem verrechnet, weil die Arbeit gemacht wurde.

Kann man Daten von einer SSD genauso retten wie von einer Festplatte?

Teilweise. SSDs sind keine kleinen Festplatten, sondern eine ganz andere Technik. Gegen Stürze sind sie robuster. Bei elektronischen Schäden oder einem defekten Controller ist die Rettung aber schwieriger und teurer als bei einer HDD. Verschlüsselte SSDs (Mac mit FileVault, BitLocker-Laufwerke) brauchen ein besonderes Vorgehen.

Was kostet die Datenrettung, wenn die Festplatte nur 50 GB klein ist?

Die Datenmenge spielt kaum eine Rolle. Die Kosten richten sich nach Schaden und Diagnose, nicht nach der Grösse. Eine 50-GB-SSD mit Controller-Schaden kann gleich viel kosten wie eine 4-TB-Festplatte mit demselben Defekt.

Kann ich vorher etwas tun, damit es nie zu Datenverlust kommt?

Ja. Ein gutes Backup ist der einzige zuverlässige Schutz. Die Faustregel heisst «3-2-1»: mindestens drei Kopien, auf zwei verschiedenen Medien, eine davon ausser Haus (zum Beispiel in einer Schweizer Cloud). Wir richten Ihnen das gern ein. Damit sind die meisten Datenverluste vermeidbar.

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