Ob Festplattendefekt, Wasserschaden oder Verschlüsselungstrojaner: Ohne funktionierendes Backup verliert eine Arztpraxis im schlimmsten Fall Krankengeschichten, Termine und Abrechnungsdaten. Die gute Nachricht: Mit einem durchdachten Konzept lässt sich dieses Risiko weitgehend beherrschen.
In diesem Ratgeber zeigen wir, was die FMH zur Datensicherung verlangt und wie ein praxistaugliches Backup aussieht.

Fazit
Die FMH empfiehlt mindestens täglich ein inkrementelles und mindestens wöchentlich ein vollständiges Backup, verschlüsselt, mit einer Kopie ausserhalb der Praxis und einem jährlichen Wiederherstellungstest. Es reicht nicht, dass gesichert wird. Die Wiederherstellung muss im Ernstfall auch funktionieren.
Was die FMH zur Datensicherung verlangt
Die Empfehlung 8 der «Minimalanforderungen IT-Grundschutz» der FMH regelt die sichere Ablage digitaler Daten. Die Kernpunkte:
- Mindestens täglich ein inkrementelles Backup und mindestens einmal pro Woche ein vollständiges Backup.
- Die Sicherungen werden verschlüsselt abgelegt; das Passwort wird sicher aufbewahrt, zum Beispiel im Tresor.
- Mindestens wöchentlich eine Kopie ausserhalb der Praxisräume.
- Werden externe Festplatten genutzt, sind diese regelmässig zu wechseln.
- Mindestens einmal jährlich wird die Wiederherstellung getestet.
- Cloud-Backups nur bei Anbietern, die die Anforderungen an Datenschutz und Berufsgeheimnis erfüllen.
Die häufigsten Backup-Fehler in Praxen
- Die Festplatte hängt immer am Server. Ein Verschlüsselungstrojaner verschlüsselt dann das Backup gleich mit.
- Niemand kontrolliert die Meldungen. Das Backup läuft seit Wochen nicht mehr, und das fällt erst im Notfall auf.
- Nur die Praxissoftware wird gesichert. Scans, Röntgenbilder, Word-Dokumente oder E-Mails fehlen.
- Die Wiederherstellung wurde nie getestet. Im Ernstfall zeigt sich, dass Daten unvollständig sind oder das Passwort fehlt.
- Die Kopie liegt im gleichen Raum. Bei Brand, Wasser oder Einbruch sind Original und Backup gleichzeitig weg.
So sieht ein praxistaugliches Backup-Konzept aus
Die 3-2-1-Regel
Bewährt hat sich das Prinzip: drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Speichern, davon eine ausserhalb der Praxis. Das deckt die Empfehlungen der FMH gut ab.
Ein Beispiel für eine typische Praxis
- Lokales NAS (z. B. Synology) sichert Server und Arbeitsplätze täglich automatisch und ist schnell wiederherstellbar.
- Versionierung und Schreibschutz auf dem NAS verhindern, dass ein Trojaner ältere Sicherungen überschreibt.
- Verschlüsselte Kopie ausser Haus, in ein geeignetes Rechenzentrum oder auf ein zweites Gerät an einem anderen Standort.
- Überwachung: Fehlgeschlagene Sicherungen lösen eine Meldung an Ihren IT-Partner aus.
- Jährlicher Test: Ausgewählte Daten werden probeweise wiederhergestellt und das Ergebnis dokumentiert.
Microsoft 365 nicht vergessen
Nutzt die Praxis Outlook, OneDrive oder Teams in Microsoft 365, sollten auch diese Daten gesichert werden. Microsoft sorgt für die Verfügbarkeit des Dienstes, ein eigenes Backup schützt vor versehentlichem Löschen und Angriffen.
Checkliste für Ihre Praxis
- Läuft das Backup täglich, und wer kontrolliert das?
- Gibt es eine Kopie ausserhalb der Praxis?
- Sind die Sicherungen verschlüsselt, und ist das Passwort sicher hinterlegt?
- Werden alle Daten gesichert, nicht nur die Praxissoftware?
- Wann wurde die Wiederherstellung zuletzt getestet?
So unterstützt Compu-Trade Arztpraxen
Compu-Trade betreut über 50 Arztpraxen in der Deutschschweiz. Wir planen das Backup-Konzept passend zu Ihrer Praxissoftware, richten NAS und externe Sicherung ein, überwachen die Sicherungen und führen den jährlichen Wiederherstellungstest durch. Im Notfall helfen wir bei der Wiederherstellung und als Partner von Ontrack auch bei der Datenrettung.
Mehr dazu: Backup & Datensicherung, IT für Arztpraxen und unsere FMH IT-Kontrolle, bei der wir auch Ihr Backup prüfen. Telefon: 034 411 11 33.
Quelle: FMH, Minimalanforderungen IT-Grundschutz für Praxisärztinnen und Praxisärzte. Stand: Oktober 2026.
Häufige Fragen
Wie oft muss eine Arztpraxis ein Backup machen?
Die FMH empfiehlt mindestens täglich ein inkrementelles und mindestens wöchentlich ein vollständiges Backup.
Reicht eine externe Festplatte?
Als alleinige Lösung meist nicht. Hängt sie ständig am Gerät, kann sie bei einem Angriff mitverschlüsselt werden. Empfehlenswert ist eine Kombination aus automatischem lokalem Backup und einer Kopie ausserhalb der Praxis.
Dürfen Backups in die Cloud?
Ja, wenn der Anbieter die Anforderungen an Datenschutz und Berufsgeheimnis erfüllt, die Daten verschlüsselt sind und die vertraglichen Regelungen stimmen.
Warum muss die Wiederherstellung getestet werden?
Nur ein Test zeigt, dass die Sicherung vollständig ist und im Ernstfall tatsächlich funktioniert. Die FMH empfiehlt mindestens einen Test pro Jahr.
